Wallbox 11 kW oder 22 kW für zu Hause
Die Box hängt an der Wand. Das Tempo bestimmt das Auto. Eine 22-kW-Wallbox macht ein Auto mit 11-kW-Bordladegerät nicht schneller.
Die Kurzantwort
Für die meisten Privathaushalte reicht eine 11-kW-Wallbox. Sie lädt dreiphasig mit 16 Ampere. 22 kW braucht 32 Ampere. Beide Werte nennt der ADAC.
Jede Ladeeinrichtung muss der Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme kennen. Steht die Summe der Bemessungsleistung über 12 Kilovoltampere, braucht es außerdem seine Zustimmung. So steht es in § 19 Abs. 2 NAV. Eine typische 11-kW-Box liegt darunter. Eine typische 22-kW-Box liegt darüber.
Was 11 kW und 22 kW technisch sind
Beide Boxen hängen am Drehstrom, 400 Volt, wenn der Hausanschluss das hergibt. Der Unterschied ist der Strom je Phase: 16 A oder 32 A (ADAC, Installation).
Welche Leitung und welche Sicherung das Haus braucht, rechnet der Elektriker. Eine allgemeine mm²-Tabelle steht hier nicht. Die geöffneten Behörden- und Verbandstexte nennen keine verbindlichen Querschnitte.
| 11 kW | 22 kW | |
|---|---|---|
| Strom je Phase | 16 A | 32 A |
| Anschluss | Drehstrom, 400 V, wenn der Hausanschluss das hergibt | Drehstrom, 400 V, wenn der Hausanschluss das hergibt |
| Netzbetreiber | typisch Mitteilung, Summe unter 12 kVA | typisch Mitteilung und Zustimmung, Summe über 12 kVA |
Das Auto begrenzt die Ladung
Der ADAC schreibt es geradeheraus: Ein Elektroauto lädt nur so schnell, wie das Bordladegerät im Fahrzeug zulässt. 11 kW ist die am häufigsten installierte Lösung im privaten Bereich. 22 kW lohnt sich vor allem für Vielfahrer, deren Auto 22 kW Wechselstrom wirklich annimmt.
Beispiele aus demselben ADAC-Ratgeber, kein Marktüberblick:
- Plug-in-Hybride kommen oft mit 3,7 kW aus. Mehr können sie meist nicht.
- Manche reinen Stromer, der ADAC nennt den Nissan Leaf, nehmen ebenfalls nicht mehr.
- Der VW ID.3 braucht an der Schuko-Dose fast 16 Stunden, an 11 kW etwa 5 Stunden.
- Der Renault Zoe kann 22 kW Wechselstrom.
Die Verbraucherzentrale sagt dasselbe in Zahlen: Haus-AC liegt zwischen 1,4 und 22 kW. Typische Ladezeit 2 bis 6 Stunden, je nach Auto. Eine 22-kW-Box ist nur dann doppelt so schnell wie 11 kW, wenn das Auto 22 kW nimmt. Der Aufdruck 11 kW gilt dreiphasig. Ein einphasiges Bordladegerät holt aus einer 11-kW-Box höchstens 3,7 kW bei 16 A.
Stiftung Warentest, Stand 23. Februar 2022: Viele E-Autos erlauben maximal 11 Kilowatt, manche 22 (test.de).
Wann 22 kW Sinn hat
Nur wenn beides zusammenkommt: das Auto nimmt 22 kW Wechselstrom, und Sie müssen tagsüber schneller nachladen als über Nacht. Der ADAC nennt dafür Vielfahrer.
Für Plug-in-Hybride mit 3,7 kW und für einphasige Autos bringt die teurere Box keine kürzere Standzeit.
Anmeldung und Zustimmung, in einem Satz
§ 19 Abs. 2 NAV: Mitteilung vor der Inbetriebnahme, immer. Zustimmung, wenn die Summen-Bemessungsleistung 12 kVA je elektrische Anlage überschreitet. Der Netzbetreiber hat dann zwei Monate Zeit, sich zu äußern. Lehnt er ab, muss er den Hinderungsgrund, Abhilfen und den Zeitbedarf nennen.
Der ADAC kürzt das oft auf „bis 11 kW anmelden, über 11 kW genehmigen“. Die Verordnung rechnet in Kilovoltampere. 11 kW ist nicht dasselbe Wort wie 12 kVA.
Seit der Festlegung der Bundesnetzagentur vom 27. November 2023 darf der Netzbetreiber den Anschluss einer neuen privaten Wallbox nicht mehr mit dem Hinweis auf mögliche lokale Überlastung verweigern oder verzögern. Im Gegenzug darf er steuerbare Verbraucher dimmen. Das steht auf der BNetzA-Seite zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen.
Was die Anmeldung im Alltag bedeutet, steht auf der Seite Installation.
Was die Box sonst können sollte
Nur das, was Sie wirklich brauchen:
- Typ-2 ist der übliche Stecker in Europa. Das steht in jedem Herstellerblatt, hier ohne Modellwerbung.
- PV-Überschuss ist eine Funktion der Box, kein zweites Thema. Sie lädt dann vor allem den Strom vom Dach. Ob Ihr Wechselrichter und die Box miteinander sprechen, prüft der Elektriker.
- Rechnen Sie Strom Dritten in Rechnung, gelten Messregeln. Für das eigene Auto in der eigenen Garage reicht in der Regel die Box ohne Abrechnungskette. Eine pauschale Pflicht zu einem bestimmten Zählerlabel steht in den hier genutzten Texten nicht.
Was eine Box kostet, grob
Der ADAC, Kosten 2026: Gerät ohne Einbau etwa 300 bis 2.000 Euro. Einfach 300 bis 600, Mitte 600 bis 1.000, Premium 1.000 bis 2.000, bidirektional 2.000 bis 3.000 Euro. Im Ratgeber 2026 schreibt er „meist 200 bis über 1.000 Euro“ für das Gerät.
Im Shop von The Mobility House lagen am 20. August 2026 einzelne 11-kW-Geräte zwischen 379 und 1.010 Euro, 22-kW-Beispiele bei 1.089 und 1.199 Euro, jeweils inkl. 19 % MwSt., zuzüglich Versand. Versand nach Deutschland: 5,90 Euro, nicht frei (Lieferung & Versand). Das ist ein Shop-Stand, kein Marktüberblick.